Bauarten der E-Gitarre
E-Gitarren gibt es in drei grundlegenden Bauformen. Die Bauart entscheidet über Gewicht, Resonanz, Sustain und wie anfällig die Gitarre bei hoher Lautstärke für Rückkopplung ist — all das steht fest, bevor der Verstärker überhaupt eingeschaltet ist. Für den verstärkten Klang spielt die Bauform eine kleinere Rolle als der Tonabnehmer; für Spielgefühl und Bühnentauglichkeit dagegen eine große.
Solid Body — Ein massiver Holzkorpus ohne Resonanzkammer. Das ergibt maximales Sustain, kaum Rückkopplung und ein Gewicht, das man am Ende eines langen Abends spürt. Es ist die Standardbauform für alles Laute und Verzerrte. Referenzmodelle: Fender Stratocaster und Telecaster, Gibson Les Paul und SG. Die Strat gilt als das meistverkaufte Gitarrenmodell überhaupt — schlank und vielseitig; die Les Paul ist schwerer und wärmer, mit langem Sustain durch Mahagoni-Korpus und Ahorndecke.
Semi-Hollow — Eine Hohlkammer mit massivem Mittelblock. Der Block bändigt die Rückkopplung, die Kammer behält einen wärmeren, luftigeren Grundcharakter. Das macht diese Bauform zur vielseitigsten für Blues, Jazz und Rock zugleich. Referenz: Gibson ES-335, Epiphone Dot.
Hollow Body (Archtop) — Vollständig hohl, maximale akustische Resonanz und ein voller, offener Cleansound. Der Preis dafür: bei höheren Lautstärken wird sie schnell rückkopplungsfreudig. Referenz: Gibson ES-175, Gretsch-Modelle. Zuhause in Jazz und Country, weniger im lauten Rock.
Ein ehrlicher Hinweis zur Wahl: Kein Bautyp ist „besser". Sie lösen unterschiedliche Aufgaben — laut und feedbackfest gegen warm und resonant. Wer viel steht und laut spielt, merkt Gewicht und Rückkopplungsverhalten stärker als jeden Klangunterschied im Holz.