Die Dur-Skala — das Grundmuster
Sieben Töne aufwärts, dann der achte als Oktav-Ankunft: do-re-mi-fa-so-la-ti-do. Diese Tonleiter kennt jeder, ohne sie gelernt zu haben; sie klingt hell und aufgeräumt.
Sie heißt Dur-Skala und ist keine beliebige Auswahl von sieben Tönen, sondern ein festes Muster von Schrittweiten: Ganz – Ganz – Halb – Ganz – Ganz – Ganz – Halb. Genau dieses Muster erzeugt den Dur-Klang. Setzt man es auf einen anderen Startton, klingt es gleich hell, nur höher oder tiefer.
Das ist der praktische Wert: Die Dur-Skala ist kein Gebilde, das man zwölfmal lernt, sondern eine Schablone, die man einmal versteht und verschiebt. Sie ist das Lineal hinter den Tonarten und der Vorrat, aus dem Melodien ihre Töne nehmen.
Die beiden Halbton-Stellen im Muster geben der Leiter ihre Richtung. Besonders der letzte Halbton zieht hörbar zum Grundton zurück — dieser Zug bekommt in der Harmonie-Lage seinen eigenen Abschnitt.