Digitale und analoge Wege
Nicht jede Verstärker-Simulation ist gleich gebaut, und die Begriffe werden oft vermischt. Grob lassen sich drei Ansätze unterscheiden — nützlich, um Produktbeschreibungen zu deuten.
Vollständig digitales Modeling — Der Amp wird per Software nachgebildet (klassisches Modeling oder modernere Verfahren, die das Verhalten realer Amps „einfangen"). Enorme Vielfalt, editierbar bis ins Detail, mit Boxensimulation (IRs, siehe mod-4) und Effekten in einem Gerät. Der heutige Mainstream für Flexibilität.
Analoge Vorstufen / Hybrid — Manche Geräte nutzen echte analoge Schaltungen (teils sogar eine kleine Röhre) für die Klangformung und ergänzen sie digital. Das Ziel ist ein Stück „analoges Verhalten" bei digitaler Praktikabilität. Die Grenze zwischen den Lagern ist fließend.
Software (Plugins) — Amp-Simulation komplett als Programm im Rechner, ohne dedizierte Hardware. Man spielt über ein Audio-Interface in die DAW, die Simulation läuft als Plugin. Am günstigsten einzusteigen, am flexibelsten zu erweitern, aber abhängig von Rechner und Interface-Latenz.
Praktische Folge — Hardware-Modeller sind robust, bühnentauglich und latenzarm; Software-Lösungen sind flexibel und günstig, brauchen aber einen leistungsfähigen Rechner und ein gutes Interface.
Keiner dieser Wege ist per se überlegen — sie unterscheiden sich in Preis, Bühnentauglichkeit, Editier-Tiefe und darin, wie viel „analoges" Verhalten man erwartet. Was zählt, ist das Ergebnis am Ohr, nicht das Verfahren auf dem Datenblatt.