Fretmait

Hals, Radius und Mensur

Diese drei Maße bestimmen, wie sich eine Gitarre in der Hand anfühlt — und damit, ob du sie gern in die Hand nimmst. Anders als beim Klang gibt es hier kein „richtig", nur ein „passt zu deiner Hand und deinem Spiel". Wer die Wahl hat, sollte Gitarren mit unterschiedlichen Hälsen einfach vergleichen; der Unterschied ist sofort fühlbar.

Halsprofil — Der Querschnitt des Halses. C-Form: rund und komfortabel, der häufigste Standard. U-Form: dicker und füllig — für manche Hände ideal, für andere zu massig. V-Form: Vintage-Stil, bei dem der Daumen auf der Kante lagert; polarisierend, aber für bestimmte Greiftechniken angenehm.

Griffbrettradius — Wie stark das Griffbrett quer gewölbt ist. 7,25" (Vintage-Fender): starke Wölbung, angenehm für offene Akkorde, aber weite Bendings können abreißen (das „note choking"). 9,5"–10": der gängige Kompromiss für Akkorde und Leads. 12"–16" (flach): ideal für schnelle Leads und weite Bendings, etwas weniger schmeichelnd bei Akkorden. Viele moderne Hälse sind „compound", also am Sattel gewölbter als am letzten Bund.

Mensur (Scale Length) — Der Abstand zwischen Sattel und Steg, der die Saitenspannung mitbestimmt. 25,5" (Fender): längere Mensur, strafferes Saitengefühl, brillanterer, definierterer Ton. 24,75" (Gibson): kürzere Mensur, weicheres Gefühl, wärmerer Ton, leichtere Bendings.

Ehrlich zur Einordnung: Anfänger merken den Mensur-Unterschied kaum, das Halsprofil dagegen sofort. Wenn eine Gitarre „sich falsch anfühlt", liegt es fast nie am Holz und fast immer an Profil, Radius oder — häufiger noch — am Setup (nächster Abschnitt).