IR-Cabinets (Boxensimulation)
Ein großer Teil dessen, was man bei einem mikrofonierten Amp hört, stammt gar nicht vom Verstärker, sondern von Lautsprecherbox, Mikrofon und Raum. Modeller bilden das über Impulse Responses (IRs) nach — ein Baustein, der die Klangqualität digitaler Sounds stark mitbestimmt.
Was eine IR ist — Eine Impulse Response ist eine Art akustischer „Fingerabdruck": die Aufnahme, wie eine bestimmte Box mit einem bestimmten Mikrofon in einer bestimmten Position klingt. Der Modeller faltet das trockene Amp-Signal mit dieser IR und erzeugt so den Klang genau dieser Box-Mikrofon-Kombination — sehr realitätsnah, weil es eine echte Messung abbildet.
Warum das zählt — Derselbe simulierte Amp klingt über verschiedene IRs deutlich unterschiedlich — genau wie ein echtes Topteil über verschiedene Boxen (siehe Topic „Lautsprecher"). Die IR ist damit einer der wirksamsten Regler für den Endklang eines Modeller-Sounds. Viele „mein Modeller klingt digital"-Klagen lösen sich mit einer besseren IR.
Praktisch — Modeller bringen IRs mit; zusätzlich lassen sich Dritt-IRs laden. Das Experimentieren mit IRs (verschiedene Boxen, Mikrofone, Positionen) ist oft lohnender als das ständige Wechseln des Amp-Modells.
Für den direkten Weg ins Mischpult oder in die DAW ist die IR-Cabinet-Simulation der Schlüssel — sie ersetzt Box, Mikrofon und Mikrofonierung durch eine Messung. Kein Ansatz ist „richtiger"; die passende IR ist die, die zum gewünschten Sound führt.