Moll & die Relativ-Verwandtschaft
Spielt man dieselbe Dur-Leiter, beginnt aber bei ihrem sechsten Ton, klingt sie nicht mehr hell, sondern dunkel. Kein einziger neuer Ton, nur ein anderer Startpunkt.
Die dunkle Variante heißt Moll. Dur und das zugehörige Moll bestehen aus denselben sieben Tönen und unterscheiden sich nur darin, welcher Ton als Grundton empfunden wird. C-Dur und a-Moll teilen sich Ton für Ton denselben Vorrat; das eine ordnet sich um C, das andere um A. Sie sind relativ verwandt — zwei Blickwinkel auf dieselbe Sammlung.
Warum kippt die Wirkung, wenn die Töne gleich bleiben? Weil sich die Abstände zum Grundton ändern. Von A aus liegt der dritte Ton einen Halbton tiefer als von C aus, und diese kleine Terz statt der großen erzeugt den dunklen Charakter. Die gesamte Moll-Wirkung hängt an einem einzigen um einen Halbton verschobenen Abstand.
Dieser Abschnitt ist zugleich der Übergang zur Harmonie: Die Idee, dass dieselben Töne von einem Grundton her geordnet werden, wird dort zur Tonart.