Fretmait

Tonalphabet & Oktaven

Wenn eine Männer- und eine Frauenstimme dieselbe Liedzeile singen, hört jeder sofort: derselbe Ton, nur höher. Dieser Abstand heißt Oktave, und die beiden Töne sind so eng verwandt, dass sie sich einen Namen teilen.

Namen gibt es nur sieben: A · B · C · D · E · F · G. Danach beginnt die Reihe wieder bei A, eine Oktave höher, nach oben wie nach unten. (Das alte deutsche H heißt international B; in diesem Werk durchgehend B.)

Sieben Buchstaben, aber zwölf Töne — zwischen den meisten Buchstaben liegt noch ein weiterer Ton. Woher der kommt, klärt der nächste Abschnitt. Entscheidend ist zunächst die Zahl: nach zwölf Tönen wiederholt sich alles.

Der Grund für die Oktav-Verwandtschaft ist messbar: Der höhere Ton schwingt exakt doppelt so schnell. Das Verhältnis 2 : 1 ist die engste Beziehung, die zwei Töne haben können, und das Ohr verschmilzt sie beinahe. In Abständen zu denken trägt später das ganze Werk — jede Melodie und jeder Akkord besteht aus solchen Abständen.

Das gesamte Tonsystem sind also zwölf Töne, die sich nach oben und unten wiederholen. Ein kleiner Vorrat, kein offenes Feld.